40 Jahre Kinderhaus Hainstadt

Der Verein Kinderhaus Hainstadt wurde 1977 gegründet und begeht in diesem Jahr sein vierzigjähriges Vereinsjubiläum. Aus diesem Anlass hatte der Vorstand zu einer kleinen Feierstunde in der Mensa der Villa Gutenberg eingeladen. Im Anschluss begeisterte der emeritierte Prof. Bernhard Mayer von der Fachhochschule Darmstadt die aufmerksamen Zuhörer mit seinem Vortrag „Bespielbare Stadt“, mit dem er für die Rückeroberung des öffentlichen Raumes für Kinder warb.

Manfred Geis begrüßte als Vorsitzender des Kinderhauses die zahlreich erschienenen Mitglieder sowie Freunde und Unterstützer des Vereins. „Wir hatten eigentlich nie vor, einen Verein zu gründen und jetzt gibt es diesen schon seit 40 Jahren“ blickte Geis auf die Entstehungsgeschichte zurück. Mit der Aktion Ferienspiele hatte 1976 alles begonnen und damit wurde ein damals einmaliges Angebot für die Kinder in Hainstadt gemacht. Viele Eltern, Studenten und Jugendliche konnten damals für das Projekt begeistert werden. Aus dieser Initiative heraus wurden weitere Angebote wie Ferienfreizeiten, Zeltlager und Hausaufgabenhilfe entwickelt. Als Ausgangs- und Treffpunkt wurden Räumlichkeiten gebraucht, die auch von der Gemeinde im ehemaligen Schwesterhaus zur Verfügung gestellt wurden. Voraussetzung war jedoch ein eingetragener Verein, der dann gegründet und ins Vereinsregister eingetragen wurde und die Gemeinnützigkeit erhielt. Aus der Hausaufgabenhilfe heraus entwickelte sich in den achtziger Jahren der erste Kinderhort in der Gemeinde. Mit viel ehrenamtlichen Engagement und auch nach und nach mit hauptamtlichen Pädagogen konnte der Hort bald durchschnittlich 30 Kinder im Grundschulalter aufnehmen und betreuen. Und die Behauptung „Wir sind der günstigste Kinderhort in Deutschland“ konnte bis heute nicht wiederlegt werden. Der Kinderhort erhielt am Anfang einen Zuschuss der Gemeinde in Höhe von 5.000 DM. Mit den späteren Angeboten von Hortplätzen in den kirchlichen Tagesstätten und der Entwicklung der betreuten Grundschulen konnte der vereinsbetriebene Kinderhort 2011 eingestellt werden. Kinder und Mitarbeiter sind heute in der Einrichtung der Johannes-Gutenberg-Schule gut aufgehoben. Insgesamt 30 Jahre war das Angebot des Kinderhauses eine wertvolle und wichtige Einrichtung in der Betreuung der Kinder.

Der Vorsitzende Manfred Geis erwähnte noch die zahlreichen weiteren Aktivitäten des Kinderhauses: Ferienspiele, Freizeiten, Offene Jugendarbeit, Kinderfastnacht und Spiel- und Straßenfeste zählten in all den Jahren zu den Angeboten. Mittlerweile engagiert sich das Kinderhaus im Arbeitskreis Asyl, in der Freiwilligenagentur und verfolgt die Einrichtung einer Kinder- und Jugendfarm in der Gemeinde.

„Ohne die ehrenamtliche Arbeit hätten diese Angebote nie gemacht werden können und ohne das außergewöhnliche Engagement von Thorwald Ritter wäre vieles nicht möglich gewesen“, so der Vorsitzende.

Im Anschluss ehrte der Vorsitzende der Gemeindevertretung Oliver Möser die Gründungsmitglieder und bedankte sich für den langen Atem und die ehrenamtlichen Einsatz in den letzten 40 Jahren.

Danach fand der beeindruckende Vortrag von Prof. Bernhard Mayer eine interessierte Zuhörerschaft. Seine Vorstellungen, wie mit den Kindern der öffentliche Raum rückerobert werden kann, stießen auf große Zustimmung. Sein Beispiel der „Bespielbaren Stadt“ Griesheim zeigte die individuellen Möglichkeiten einer Kommune, die Wege der Kinder wieder interessanter und abwechslungsreicher zu machen. „Überzeugt euren Bürgermeister und fangt an, die Kinder werden euch dankbar sein“, so der emeritierte Professor. Nach interessanter Diskussion nahmen die Besucher der Veranstaltung viele neue Ideen mit, um diese hoffentlich bald in die Tat umzusetzen.

Manfred Geis

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Für ihre vierzig Jährige Vereinsmitgliedschaft übergab der Vorsitzende der Gemeindevertretung Oliver Möser (rechts) FairTrade-Präsente an Manfred Geis, Anneliese Milke, Sigrid Zechel-Geis, Peter Blümmel, Jutta Becker, Karin Mehrling, Wolfgang Ochmann, Thorwald Ritter und Susan Ritter